Bartergeschäft Kaffee gegen LKW

Als ich 1992 nach Russland gekommen bin, hat es nur Instantkaffee von Nestlé gegeben. Den Russen, Kaffeeliebhabern wollte ich mehr Auswahl bieten. Von meiner Radtour hatte ich noch Cafeteros als Kontakte. Ich lebte in Tatarstan, dort befindet sich das Kamas Werk, einst einer der grössten LKW Werke der Welt. Eine ganze Grossstadt Nabereshne Tschelny, früher Breschnew, wurde mit dem LKW Werk in Rekordzeit errichtet.

Ich hatte die Idee russischen Geschäftsleuten vorgestellt und relativ rasch hatte ich eine Option auf 1000 LKW, die noch nicht ausgeliefert waren. Jetzt fehlte die kolumbianische Seite, das Interesse dort, nicht sonderlich hoch. US-Dollar sind besser als LKW. Irgendwann die Entscheidung, dass die Totalkosten zu hoch sind, schlussendlich sind die Kamas LKW auch Spritfressser gewesen.

Aber es hat auch Fehler bei mir gegeben, ich hatte alles schriftlich organisiert, es gab keine Treffen. In Kolumbien fehlte der Cafetero, der für die Idee sich wirklich eingesetzt hatte. Das Werk Kamas besteht heute noch, allerdings mit kleiner Produktion und durchaus modernen Produkten, weil einige westliche Firmen hier investierten.

Erinnerungen – meine Radtour auf der Panamericana

Als Student hatte ich mir in einen Urlaubssemester einen Traum erfüllt. Eine grosse Radtour in Südamerika. Ursprünglich wollte ich von Bolivien nach Argentinien fahren, viel bergab, wie bin ich damals verträumt gewesen. Doch die Flüge sind zu teuer gewesen und ich hatte mich für den Start in New York entschieden.

In Costa Rica warteten die ersten Passfahrten über 3000 Meter und mit fleissigen Treten sind solche Berge leicht zu bewältigen. Somit hatte ich keine Bedenken mehr, wenn ich Berge beklimmen musste, irgendwann naht ein Ende, doch meistens erfolgt auch der Abstieg viel zu schnell.

Ueber den Landweg kann Kolumbien nicht erreicht werden. Mit einen kleinen Kokonussdampfer schipperte ich nach Cartagena. Auf dem Schiff lernte ich ein hochrangiges Mitglied des Medellin Kartells kennen. Er hat mich eingeladen, wir hatten uns auch über viele Dinge unterhalten, doch besucht hatte ich ihn nie und auch nicht weiter kontaktieren. In Kolumbien wurde ich auch 2 x angesprochen, mein Fahrrad mit Kokain zu füllen, Spass oder Ernst?

Kaffee und Kokain, das ist Kolumbien, zudem kämpfte, als ich Kolumbien bereiste noch die Farc im Nordwesten. Dennoch ist im Nachblick Kolumbien wahrscheinlich für mich das Land mit den schönster Erinnerungen.

Da war zum einen Cartagena, wo ich mit dem Kokosnussdampfer anlegte, später der Weg über die Anden. Die vielen Einladungen und Anerkennung für meine Leistung, die Berge mit dem Rad zu bezwingen. Andererseits aber auch Respekt für Kolumbianer, welche die Berge ohne Gangschaltung schafften.

Es ist der Aufenthalt bei den Kaffeebauern gewesen, die Zeit, wo ich mich verliebte und schöne Abende auf den Fincas verbrachte. Das Tal von Cali, dort hatte ich viel Begegnungen, viel Neugier auf beiden Seiten. Eindrucksvoll die Ausflüge in Indiodörfer, die Märkte, die vielen Fruchtsäfte mich Milch gemixt, die ich während der Fahrt genossen habe.

Kolumbien, dieses vielfältige Land, wie gerne denke ich daran zurück.